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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

Victoria

Einfache Eintastermaschine aus Blech,
mit senkrecht stehendem Typenrad.

Erscheinungsjahr: 1910

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Victoria (ab 1910)   Nächste Maschine>
     



 

Diese kleine Maschine wurde in Deutschland unter der Bezeichnung "Famos" verkauft. Hersteller war die Stempelwarenfabrik Gustav Tietze (ab 1923 Gustav Tietze AG) in Leipzig, die Stempel und dazugehörige Utensilien, Motorenteile und auch den Spielzeugbaukasten "Geniatus" produzierte.

Weitere Schreibmaschinen dieses Herstellers waren später die "Aktiv" und wohl auch die unter dem gleichen Namen wie der Spielzeugbaukasten verkaufte Zeigermaschine "Geniatus".


Abbildung unten: Stempelwarenfabrik Gustav Tietze in Leipzig um 1915.




 



 

Zur "Famos" ist in dem Standardwerk von Ernst Martin "Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte" von 1934 zu lesen: "Die 'Famos' ist eine primitive Schreibmaschine, deren praktischer Wert schon aus ihrem Detailpreis (RM 3.50) ersichtlich ist."

Die "Victoria" wurde für den französischen Markt produziert und war mit der "Famos" völlig baugleich. Die Eintastermaschine bestand hauptsächlich aus Blech und hatte ein auf zwei Säulen aufrecht stehendes Typenrad in Gestalt einer Scheibe, an deren Rand die Schrifttypen angebracht waren. An der Vorderseite der Scheibe waren im Kreis die entsprechenden Zeichen aufgedruckt. Rechts unterhalb des Typenrads befand sich die einzige Taste.

Unterhalb des Typenrads zwischen den beiden Säulen war eine kleine Papierwalze auf einem einfachen "Schlitten". Bemerkenswert ist, daß die Schriftzeilen durch Drehung der Walze gebildet wurde, während die Zeilenschaltung durch Verschieben des Schlittens erfolgte.




 

Zum Schreiben drehte man zunächst den gewünschten Buchstaben mit dem an der Rückseite des Typenrads befindlichen Handknopf in Druckposition. Bei Betätigung der Taste wurde das Typenrad nach unten auf die Walze bewegt und das Zeichen im Oberaufschlag abgedruckt. Gleichzeitig drehte ein kleiner Stift die Walze um eine Zeichenbreite nach links.

Die Einfärbung der Typen erfolgte durch ein Farbröllchen.




 
 

Das Papier wurde auf der Walze mit einer Leiste festgeklemmt. Aufgrund der geringen Ausmaße der Walze (Länge 10,5 cm, Durchmesser 4,5 cm) konnten nur sehr kleine Papierformate beschriftet werden. Die "Victoria" war letztlich eine Kinderschreibmaschine und für den täglichen Gebrauch nicht geeignet.




 



 

Maschinendaten:
Bezeichnung: Victoria
Technik: Eintastermaschine mit Farbröllchen-Einfärbung
Besonderheiten: Senkrecht stehendes Typrenrad
Erscheinungsjahr: 1910
Hersteller: Gustav Tietze, Leipzig
Konstrukteur: Gustav Tietze
Seriennummer: -----



Mehr zum Thema siehe unter > Wikipedia - Famos (Schreibmaschine) <.


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Weitere Schreibmaschinen von Gustav Tieze:
Aktiv, Geniatus
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Quellen: Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Johannes Meyer, Pappenheim, 5. Aufl. 1934; Adler, The Writing Machine, Georg Allen & Unwin Ltd., London 1973; Kwauka, Die Schreibmaschinen - Katalog und Dokumentation der Museumssammlung, Technische Sammlungen der Stadt Dresden, 1. Aufl. 2001

(106SX00270-0207-26.03.2007-0607-1208-0916)




 

- Sammlung Arnold Betzwieser -




 

(1213-1-2907)