Sie sind hier: Aktuelles Ausstellung Schreibmaschinen  
 AUSSTELLUNG
Schreibmaschinen
Hinweise
- Auswahl A - Z
Rechenmaschinen
- Auswahl A - Z
 AKTUELLES
Monats-Info
Tagesmeldungen
Einzelthemen
Ausstellung
Download
Schmunzelecke

KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

Underwood

Bahnbrechende amerikanische Standard-Schreibmaschine mit "Wagner-Getriebe".
Vorbild für viele folgende Schreibmaschinen.

Erscheinungsjahr: 1900
>>




 
 



 
Underwood (ab 1900)   Nächste Maschine>
     
     
     
Segment, Typenhebel, Tastatur Walze, Farbband, Gradskala Rückseite



 

Die "Underwood", eine sichtbar schreibende Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag und einfacher Umschaltung, brachte eine bahnbrechende Neuerung im Schreibmaschinenbau.




 

Konstrukteur der Maschine war der Deutsch-Amerikaner Franz Xaver Wagner (Abbildung rechts), geboren 1837 in Heimbach am Rhein, der 1893 in New York die "Wagner Typewriter Co." gründete.

Das neuartige an seiner Maschine war insbesondere die Anordnung der Typenhebel in einem Segment, sowie die Verbindung der Typen- und Tastenhebel durch einen Zwischenhebel. Durch den Zwischenhebel wurde ein nahezu reibungsloser Schwung des Typenhebels zur Walze erreicht (sog. "Wagner-Getriebe"). Den Zwischenhebel hatte Wagners Sohn Hermann Wagner erfunden.




 
 

Produziert wurde die Maschine von der "Underwood Typewriter Co." zunächst in New York, nachdem John T. Underwood, ein Sohn des anglo-amerikanischen Farbbandfabrikanten John Underwood, das Unternehmen und die Patente von Wagner erworben hatte.

Die "Underwood" gilt als "Mutter der modernen Schreibmaschine" und war weltweit Vorbild für viele folgende Schreibmaschinen. Ihre Konstruktion war so ausgereift, daß das in 1900 erschienene und bekannteste Modell, die "Underwood 5", mehr als 30 Jahre fast unverändert gebaut wurde.




 



 

Das Modell 5 hatte 42 Tasten, mit denen 84 verschiedene Zeichen geschrieben werden konnten. Die hier vorgestellte Maschine ist, wie man an der Tastenfolge "QWERTZ..." und den Umlauten "ä, ö, ü" erkennt, mit einem deutschen Typensatz ausgestattet und wurde in Deutschland von einem Frankfurter Händler verkauft. Sie wurde um 1907 hergestellt und ist mit einem einfarbigen Farbband ausgestattet. Ein Farbbandeinsteller, der bei späteren Maschinen an der rechten Frontseite zu finden war, ist daher nicht vorhanden.


Ab 1898 erfolgte die Herstellung in Bayonne, N.J. und schließlich ab 1901 in Hartfort, Connecticut.


Abbildung unten: Underwood Typewriter Co. in Hartfort, Conn. um 1907.




 



 

Underwood wurde zum größten Schreibmaschinenhersteller der USA und baute sein Geschäft durch die Übernahme anderer Büromaschinenhersteller, wie der Rechenmaschinenfabrik Sundstrand, des Buchschreibmaschinenproduzenten Elliott-Fisher (1927) und auch der deutschen Büromaschinenwerke Mercedes (1930) weiter aus.

Im Jahr 1959 wurde die "Underwood Typewriter Co." schließlich selbst vom italienischen Büromaschinenhersteller Olivetti übernommen. Der Name "Underwood", der aus der Geschichte der Schreibmaschine nicht wegzudenken ist, verschwand vom Schreibmaschinenmarkt.




 
Underwood (ab 1900)    
Papierauflage mit Beschriftung Tabulator Patentangaben



 

Maschinendaten:
Bezeichnung: Underwood
Technik: Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag und einfacher Umschaltung
Erscheinungsjahr: 1900
Hersteller: Underwood Typewriter Co., Hartfort, Conn., USA
Konstrukteur: Franz Xaver Wagner
Seriennummer: 139997
Baujahr: 1907




 
 

- - -
Weitere Underwood-Schreibmaschinen:
Underwood Portable
- - -
Weitere von Franz Xaver Wagner konstruierte Maschinen:
Caligraph 2
- - -


Nächste Maschine>

Übersicht Schreibmaschinen >




 

Quellen: Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Johannes Meyer, Pappenheim, 5. Aufl. 1934; Kunzmann, Hundert Jahre Schreibmaschinen im Büro, Merkur-Verlag, Rinteln 1979

(022S200058-0205-28.02.2005-0305-0507-0508-0112)




 

- Sammlung Arnold Betzwieser -




 

(1013-1-5114)