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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

KARLI

Kuriose deutsche Zeigermaschine
aus Leipzig.


Erscheinungsjahr: 1922
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KARLI (ab 1922)   Nächste Maschine>
     



 

Diese kleine Eintastermaschine wurde nur kurze Zeit hergestellt und ist weitgehend unbekannt geblieben. Soweit sie heute in den einschlägigen Quellen überhaupt zu finden ist, sind die Angaben unvollständig bzw. nicht einheitlich. In "Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte" (Martin, Aufl. 1949) ist noch zu lesen: "Deutsche Typenstab-Schreibmaschine, deren Konstrukteur und Hersteller bisher nicht in Erfahrung zu bringen waren." Fest steht inzwischen, dass Konstrukteur der Maschine Karl Dietrich war, der sie in seiner mechanischen Werkstätte in Leipzig auch herstellte. Als Erscheinungsjahr wird meist das Jahr 1927 genannt, was jedoch nicht zutreffen kann, da in diesem Jahr die Produktion der Maschine bereits eingestellt war.

Die "KARLI", benannt nach dem Vornamen ihres Erfinders, auch "Schreiblineal" genannt, wurde als "Miniatur- oder Taschenschreibmaschine" angeboten. Sie war mit einer 35 Zentimeter langen Typenstange -vom Hersteller als "Typenlineal" bezeichnet- ausgestattet. Die Typenstange enthielt in einer Reihe 78 bewegliche Metalltypen. Die Buchstaben waren, entgegen der bei Schreibmaschinen gewohnten Anordnung nach Verwendungshäufigkeit, bei der "KARLI" getrennt nach Gross- und Kleinbuchstaben, in alphabetischer Reihenfolge angeordnet.




 

Die Maschine hatte eine Schreibtaste und eine Leertaste, angebracht an einem kleinen "Wagen", der sich beim Schreiben von links nach rechts bewegte. Der Wagen der "KARLI" diente also nicht wie meist üblich der Papierführung, sondern bewegte den Schreibmechanismus über Typen und Papier. Zum Zurückschieben des Wagens mußte die kleine oben am Wagen vorhandene Wagenlösetaste gedrückt werden.




 
 



 

Zum Schreiben wählte man zunächst das gewünschte Zeichen, indem man die Typenstange so hin- oder herschob, dass das gewünschte Zeichen der Einstellskala vor der am Wagen befindlichen roten Markierung befand. Bei Betätigung der Schreibtaste wurde die Type mit dem entsprechenden Zeichen im "Oberaufschlag" nach unten auf das Papier gedruckt. Gleichzeitig wurde der Wagen um eine Zeichenbreite nach rechts gerückt.

Der Wagenzug erfolgte durch zwei links und rechts der Typenstange verdeckt angebrachte Zugfedern mit Zugbändern, die über Umlenkrollen liefen.




 

Das Papier wurde unterhalb der Typenstange nach Umlegen der links und rechts der Transportwalze vorhandenen Papierlösehebel von vorn eingeführt. Nach Schreiben einer Zeile wurde das Papier durch Drehen der Transportwalze weiterbefördert.




 
 

Die Einfärbung erfolgte durch einen unterhalb der Typenstange angebrachten, feststehenden Farbbandstreifen, der auswechselbar war. Zum Sichtbarmachen des Geschriebenen musste der Maschinenkörper hochgeklappt werden.

Der Preis der "KARLI" lag bei 42 Reichsmark.




 



 

Ein Jahr nach Erscheinen seiner ersten Maschine brachte Karl Dietrich eine Version mit einfacher Umschaltung heraus, die "Karli 2", mit der 84 verschiedene Zeichen geschrieben werden konnten und die zwischen 50 und 60 Reichsmark kostete.

Es ist davon auszugehen, dass sich der Absatz der "KARLI" auf den näheren Umkreis der Werkstätte von Karl Dietrich, d.h. insbesondere auf die Region um Leipzig beschränkte. So war die hier vorgestellte Maschine zuletzt in Halle (Saale) in Gebrauch. Da die "KARLI" nur kurze Zeit hergestellt wurde und der Verkaufserfolg offenbar nur sehr bescheiden war, gehört sie heute zu den besonders seltenen Schreibmaschinen.




 

Maschinendaten:
Bezeichnung: KARLI
Technik: Zeigermaschine mit Typenstange und Oberaufschlag
Erscheinungsjahr: 1922
Hersteller: Karl Dietrich, Mechanische Werkstätten und Metallfabrik, Leipzig
Konstrukteur: Karl Dietrich
Seriennummer: 1398




 
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Weitere Maschinen:
Technische Sammlungen Dresden (Deutschland)
The Virtual Typewritermuseum (Niederlande)
Juan Ramon Gracia (Spanien)
Reinhold Schubert (Deutschland)
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Quellen: Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aufl. 1949 (Nachdruck Verlag Basten, Aachen 1981); Teege, Allgemeines Anleitungsbuch für Schreibmaschinen-Reparateure, Joh. Burghagen Verlag, Hamburg, 3. Aufl. 1926; Adler, The Writing Machine, Georg Allen & Unwin Ltd., London 1973; Breker, Köln 2013; Kwauka, Die Schreibmaschinen - Katalog und Dokumentation der Museumssammlung, Technische Sammlungen der Stadt Dresden, 1. Aufl. 2001

(188SX00157-0816-08.10.2016-1016)




 

- Sammlung Arnold Betzwieser -




 

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