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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

ADLER 7

Erste deutsche Stoßstangenmaschine,
die weit über die heimischen Grenzen hinaus
Anerkennung und Wertschätzung errang.

Erscheinungsjahr: 1900
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Adler 7 (ab 1900)   Nächste Maschine>
     



 

Die Entstehung dieser Schreibmaschine ist insbesondere Heinrich Kleyer (Abbildung rechts) zu verdanken.

Heinrich Kleyer, geb. am 13.09.1853 in Darmstadt, der seit 1880 eine "Maschinen- und Velociped-handlung" und später eine Eigenproduktion von Fahrrädern betrieben hatte, gründete 1895 die "Adler Fahrradwerke, vorm. Heinrich Kleyer AG" in Frankfurt a.M.




 
 

1896 erwarb Heinrich Kleyer von Wellington Parker Kidder die Patente an der kanadischen "Empire" und nahm die Schreibmaschinenproduktion auf. Im Jahr 1898 entstand nach gründlicher Überarbeitung und Verbesserung der erhaltenen Pläne eine Stoßstangenschreibmaschine, die ab 1900 als "ADLER 7" in den Handel kam.

Besonderes Kennzeichen dieser Maschine war die sofort sichtbare Schrift bei absoluter Buchstaben- und Zeilengeradheit. Über ein Hebelgestänge glitten die Typenstäbe ("Stoßstangen") waagrecht über eine gehärtete Stahlplatte und kamen dann in einer festen Typenführung zum Vorderaufschlag, so daß alle Zeichen in der gleichen Höhe zum Abdruck gelangten.

Das Tastenfeld bestand aus drei Reihen mit je 10 Tasten, deren Anordnung im wesentlichen der Universaltastatur entsprach. Mit den 30 Tasten konnten mittels doppelter Umschaltung 90 verschiedene Zeichen geschrieben werden. Die Maschine hatte ein einfarbiges, 25 mm breites Farbband, eine Rückschaltetaste und eine Randauslösetaste. Die Umschaltetasten für Zeichen (Z) und Großbuchstaben (G), sowie Ein- und Ausrücktaste (E und A) waren links und rechts außerhalb des Maschinenrahmens angebracht.




 

Äußerlich gefiel die Maschine durch die Verzierung der Abdeckung, auf der die Maschinenbezeichung und die Herstellerangaben in Goldschrift angebracht waren. Als Symbol des Ursprungs der Gesellschaft als Fahrradwerke war außerdem ein goldfarbener Adler mit einem Rad eines Fahrrads abgebildet.




 
 

Die "ADLER 7" fand allgemeine Anerkennung, insbesondere wegen ihrer außergewöhnlichen Robustheit und unbedingten Zuverlässigkeit. Die Maschine hatte ein Gewicht von etwa 10,8 kg. Der Verkaufspreis für die Ausführung mit 25-cm-Wagen lag bei 370 Mark.

Als verkleinerte Ausgabe der "ADLER 7" wurde ab 1912 die "Klein Adler 1" angeboten.




 



 

Die Adlerwerke in Frankfurt am Main, die Heinrich Kleyer im Jahr 1895 als "Adler Fahrradwerke, vorm. Heinrich Kleyer AG" gegründet hatte, produzierten ursprünglich - wie sich aus der Unternehmensbezeichnung ergibt - Fahrräder. Der Gründer hatte zuvor bereits seit 1880 eine "Maschinen- und Velocipedhandlung" betrieben und auch selbst Fahrräder hergestellt. Ab 1896 nahmen die Adlerwerke als weiteren Geschäftszweig die Produktion von Schreibmaschinen hinzu.




 

Ab 1900 bzw. 1901 bauten die Adlerwerke dann auch Automobile und Motorräder. 20 % aller im Deutschen Reich zugelassenen Autos trugen im Jahre 1914 den Namen "Adler"! (Abbildung rechts: Heinrich Kleyer in einem "Adler"-Automobil.)




 
 

Abbildung unten: Aktie der Adlerwerke aus dem Jahr 1929 über 1.000 Reichsmark.




 



 

Im zweiten Weltkrieg wurden 1944 die Adlerwerke durch Bombenangriffe schwer zerstört. Nach Kriegsende wurde im Jahr 1948 der Automobilbau und 1954 die Fahrradproduktion aufgegeben; die Geschäftstätigkeit konzentrierte sich jetzt auf den Bau von Motorrädern und Büromaschinen. Im Jahr 1956 kaufte Max Grundig die Adlerwerke. Die Motorradfertigung wurde eingestellt und Adler wurde mit dem ebenfalls Grundig gehörenden Nürnberger Motorrad- und Büromaschinenbauer "Triumph" zusammengeschlossen. Produziert wurden nunmehr ausschließlich Büromaschinen unter dem Fabrikat "Triumph-Adler".

"Triumph-Adler" wurde 1968 an den amerikanischen Litton-Konzern verkauft, 1979 an das Volkswagenwerk und schließlich 1986 an den italienischen Büromaschinenhersteller Olivetti. 1992 wurde die Produktion in den Adlerwerken in Frankfurt a.M. eingestellt und anschließend die Immobilien an verschiedene Investoren veräußert. Im Jahr 1998 war die Liquidation des Produktionsstandorts Frankfurt a.M. abgeschlossen. Die Geschichte der Adlerwerke in Frankfurt a.M. war damit zu Ende.

Die "Triumph-Adler AG" gehört seit 1994 einer Investorengruppe aus Banken und Privatpersonen. Unternehmensgegenstand ist heute insbesondere der Vertrieb und Service im Bereich Drucken, Kopieren, Faxen und Archivieren für professionelle Anwender.




 

Im ehemaligen Stammhaus der Adlerwerke in Frankfurt a.M. in der Kleyerstraße im Stadtteil Gallus befindet sich heute u.a. ein Theater.




 
Adler 7 (ab 1900)    
Tastatur Stoßstangen Farbband



 

Maschinendaten:
Bezeichnung: Adler 7
Technik: Stoßstangenmaschine mit Vorderaufschlag u. doppelter Umschaltung
Erscheinungsjahr: 1900
Hersteller: Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG, Frankfurt a.M.
Konstrukteur: Grundlagen von Wellington P. Kidder
Seriennummer: 71018
Baujahr: 1911


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Weitere "Adler" Schreibmaschinen:
Adler 11, Klein-Adler 1, Klein-Adler 2
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Weitere Konstruktionen von Wellington P. Kidder:
Empire, Franklin 7, Noiseless
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Quellen: Kunzmann, Hundert Jahre Schreibmaschinen im Büro, Merkur-Verlag, Rinteln 1979; Handbuch der Büro-Maschinen, Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Berlin 1928; Lerner, Frankfurt am Main und seine Wirtschaft, Ammelburg-Verlag 1958; Triumph-Adler AG, www.triumph-adler.de 2005; Gallus Theater, www.gallustheater.de 2005

(002S100051-0406-E00065-0904-20.04.2006-0807-0508)




 

Arnold Betzwieser - Steuerberater-Rechtsbeistand - Miltenberg