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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK" |
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Mercedes 3
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Große Standardschreibmaschine aus Zella-Mehlis in Thüringen.
Erscheinungsjahr: 1911 >>
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Die erste "Mercedes" wurde 1907 von Franz Schüler konstruiert. Konstrukteur der anschließenden Modelle war Carl Schlüns, geb. am 12.05.1870 in Hagenow in Mecklenburg. Vorbild war die "Underwood". Die "Mercedes 3" wurde ab 1911 von der Mercedes Büromaschinen-Werke A.G. in Zella-Mehlis in Thüringen gebaut.
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Die "Mercedes 3" hatte eine vierreihige Universaltastatur mit 45 Schreibtasten mit einfacher Umschaltung ("Halbtastatur"). Insgesamt konnten somit im Vorderaufschlag 90 verschiedene Zeichen zu Papier gebracht werden.
Die Typenhebelmaschine besaß Wagenumschaltung, dreifache Zeilenabstandsschaltung, eine doppelte Randeinstellungsskala, dreifache Farbbandeinstellung (schwarz/ohne/rot) und eine selbsttätige Farbbandumstellung.
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Mercedes-Maschinen konnten von jedem Anwender zerlegt werden. Der Typenhebelsatz konnte mit einem Handgriff ausgewechselt werden und die gesamte Maschine konnte leicht in Gestell, Typenkorb und Wagen zerlegt werden.
Dadurch war eine bequeme Reinigung möglich und es konnten Wagen unterschiedlicher Länge und Tastaturen verschiedenster Sprachen verwendet werden.
Abbildung unten: Fertigung der "Mercedes".
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Die "Mercedes" gehörte zu den erstklassigen Maschinen und fand in Deutschland einen großen Abnehmerkreis. Auch ins Ausland wurde die "Mercedes", zum Teil auch unter anderen Namen (Protos, Cosmopolita, Drake-London) verkauft.
Abbildung rechts: Anzeigenwerbung für die "Mercedes 3".
Im Jahr 1921 brachten die Mercedes Büromaschinen-Werke mit der "Mercedes Elektra" die erste vollelektrische Büroschreibmaschine auf den Markt.
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Abbildung unten: Mercedes Büromaschinenwerke in Zella-Mehlis um 1920.
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Die Mercedes Büromaschinenwerke waren im Gegensatz zu anderen deutschen Schreibmaschinenwerken, die meist aus Betrieben der Nähmaschinen- und Fahrradbranche hervorgegangen waren, im Jahr 1906 von Dr. Gustav Mez (Abbildung rechts) in Berlin speziell für die Schreibmaschinenproduktion gegründet worden.
Mez war bereits Inhaber der "Fabrik Stolzenberg" in Oos in Baden, die u.a. auch Schreibmaschinen vertrieb ("Oliver", "Stolzenberg-Fortuna").
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Das Recht auf die Nutzung des Namens "Mercedes", der im damals noch jungen Automobilbau für hohe Qualität stand, hatte Mez für sein neues Unternehmen von der Daimler-Motoren-Gesellschaft erworben.
In 1908 wurde die Produktion nach Mehlis (ab 1919 Zella-Mehlis) in Thüringen verlegt, da es dort gute Metall-Facharbeiter gab und zudem die Löhne niedriger waren als in Berlin. Unter dem Ingenieur Carl Schlüns erlangte die Schreibmaschinenproduktion von Mercedes Weltgeltung. Die Mitarbeiterzahl stieg auf um die 2.500 an.
Infolge der Weltwirtschaftskrise wurde im Jahr 1931 die Aktienmehrheit der Gesellschaft vom amerikanischen Underwood-Elliott-Fisher-Konzern übernommen. Die Mitarbeiterzahl sank auf etwa 1.200, um dann bis zu den 1940er Jahren auf etwa 3.200 anzusteigen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde Thüringen zunächst von den Amerikanern besetzt. Nachdem diese sich zurückzogen, fiel es in die sowjetische Besatzungszone. Wegen der Zugehörigkeit der Mercedes-Werke zu einem amerikanischen Konzern wurde das Unternehmen zunächst unter besondere Verwaltung gestellt. Hergestellt wurden jetzt hauptsächlich Rechenmaschinen und - ab den 1960er Jahren - Computer.
Im Jahr 1967 wurde der Betrieb von der "VEB Rechenelektronik Meiningen/Zella Mehlis" übernommen und damit faktisch endgültig verstaatlicht. Ab 1969 gehörte der Betrieb zum "Kombinat Zentronik", ab 1977 unter der Bezeichnung "VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis" zum "Kombinat Robotron". Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das Werk stillgelegt.
Die letzte von "Mercedes" hergestellte Schreibmaschine war die elektrische Schreibmaschine "Mercedes SE 5", erschienen im Jahr 1958.
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Maschinendaten: Bezeichnung: Mercedes 3 Technik: Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag u. einfacher Umschaltung Erscheinungsjahr: 1911 Hersteller: Mercedes Büromaschinen-Werke AG, Zella-Mehlis Konstrukteur: Carl Schlüns Seriennummer: 40088 Baujahr: 1918
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- - - Weitere Mercedes-Maschinen: Mercedes Elektra, Melitta RK (Rechenmaschine) - - - Weitere Maschinen, die auf den Konstrukteur Carl Schlüns zurückgehen: Mercedes Elektra, Stolzenberg-Fortuna, Fortuna - - -
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Quellen: Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Johannes Meyer, Pappenheim, 5. Aufl. 1934; Kunzmann, Hundert Jahre Schreibmaschinen im Büro, Merkur-Verlag, Rinteln 1979; Dingwerth, Historische Schreibmaschinen, Verlag Dingwerth, Verl 1993; Handbuch der Büro-Maschinen, Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Berlin 1928; de.wikipedia.org/ wiki/ Schreibmaschine 2008
(014S100112-1204-01.01.2005-0807-1107-0408)
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Arnold Betzwieser - Steuerberater-Rechtsbeistand - Miltenberg
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