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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

Kappel 2

Deutsche Typenhebelmaschine
aus Chemnitz-Kappel
in Sachsen.


Erscheinungsjahr: 1921
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Kappel 2 (ab 1921)   Nächste Maschine>
     



 

Die "Kappel" ist erstmals 1914 auf dem Markt erschienen und bildete unter den Schreibmaschinen den Abschluß der Vorkriegsentwicklung. Ihren Namen hat sie vom Sitz ihres Herstellers, der Maschinenfabrik Kappel AG in Chemnitz-Kappel. Konstruiert wurde die "Kappel" von Otto Rössler und Bernhard Dost.




 
 



 

Die "Kappel" war mit einer vierreihigen Standardtastatur mit einfacher Umschaltung (sog. Halbtastatur) ausgestattet. Sie hatte 44 Tasten und 88 Zeichen, die auf freischwingenden Typenhebeln angebracht waren.

Die Maschine hatte einen kugelgelagerten Wagen, Wagenschaltung und verschiedene kleine Extras wie einen Anschlagregler und eine Großbuchstabensperre, die bei nicht korrektem Anschlag die Tasten blockierte.

Das hier vorgestellte Modell 2 ist 1921 erschienen und wurde zum Preis von 420 Mark verkauft.




 



 



 

Die Maschinenfabrik Kappel hatte ihre Ursprünge in Kändler bei Chemnitz, wo sich der Fabrikant Albert Voigt ab 1860 mit der Herstellung von Strickmaschinen befasste. Im Jahr 1867 wurde die Fabrik nach Kappel bei Chemnitz verlegt und ab 1872 unter der Bezeichnung "Sächsische Strickmaschinenfabrik" betrieben. Ab 1888 wurde umfirmiert in "Maschinenfabrik Kappel AG". Hergestellt wurden Strickmaschinen, Wirkmaschinen, Tüllwebstühle, Maschinen für die Holzbearbeitung, Motoren und Werkzeugmaschinen, sowie (ab 1914) Schreibmaschinen. Die Beschäftigtenzahl wuchs auf 1.500 an. Im Verlauf der Weltwirtschaftskrise von 1929 kam das Unternehmen in finanzielle Schwieigkeiten. 1931 wurde ein Vergleichsverfahren durchgeführt, in dessen Verlauf 1932 als Auffanggesellschaft die "Maschinenfabrik Kappel GmbH" gegründet wurde. Ab 1938 wurde das Geschäft wieder von der AG betrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) gehörte Sachsen zur Sowjetischen Besatzungszone. Die Werksausstattung der Maschinenfabrik Kappel wurde 1945 demontiert und in die Sowjetunion geschafft, der verbliebene Rest wurde 1946 enteignet und wurde als "VEB Maschinenfabrik Kappel" zum "Volkseigenen Betrieb". Die Schreibmaschinenproduktion wurde eingestellt. Im Jahr 1951 wurde der Betrieb in der DDR dem "VEB Schleifmaschinenbau" zugeordnet. Chemnitz wurde umbenannt in "Karl-Marx-Stadt".

Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 (aus Karl-Marx-Stadt wurde wieder Chemnitz) wurde von der Treuhandanstalt auf dem Gelände der Maschinenfabrik Kappel die "Schleifmaschinen GmbH Chemnitz" gegründet. 1995 erfolgte die Privatisierung unter der zur Hamburger Körber-Gruppe gehörenden "Schleifring Maschinenbau GmbH".




 
Kappel Werbung um 1940  
   



 
Kappel 2 (ab 1921)    
Segment, Beschriftung Farbband Setztabulator, Glocke



 

Maschinendaten:
Bezeichnung: Kappel 2
Technik: Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag u. einfacher Umschaltung
Erscheinungsjahr: 1921
Hersteller: Maschinenfabrik Kappel A.G., Chemnitz-Kappel
Konstrukteure: Otto Rössler, Bernhard Dost
Seriennummer: 82530
Baujahr: 1932




 
 

Mehr zum Thema: > Wikipedia - Maschinenfabrik Kappel A.G. <.


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Weitere Kappel-Maschinen:
Kappel Privat
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Quellen: Kunzmann, Hundert Jahre Schreibmaschinen im Büro, Merkur-Verlag, Rinteln 1979; Handbuch der Büro-Maschinen, Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Berlin 1928

(029S200035-0505-05.06.2005-0807-0911-0112)




 

Arnold Betzwieser - Steuerberater-Rechtsbeistand - Miltenberg